Bayerische Landschaftspflegeverbände Deutscher Verband für Landschaftspflege gefördert durch Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Greening als praktisches Instrument für mehr Biodiversität? Bayerische Landschaftspflegeverbände beraten Landwirte bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen

Beim Mehrfachantrag 2015 standen viele Landwirte das erste Mal vor der Aufgabe, 5% ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen für ihren Betrieb anzumelden. Als fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Direktzahlungen sollen sie zu einer artenreicheren Feldflur beitragen. Die Palette der Greeningmaßnahmen reicht von Zwischenfruchtanbau bis zur Anrechnung von Landschaftselementen und der Anlage von Blühstreifen. Doch wieviel kann mit diesen Vorgaben wirklich für die Biodiversität erreicht werden? Und wie stehen die Landwirte zu diesen Maßnahmen?

Diesen Fragen sollten die Bayerischen Landschaftspflegeverbände mit Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz auf den Grund gehen. Gemeinsam mit 11 Landschaftspflegeverbänden führte der DVL die Beratung von 17 landwirtschaftlichen Betrieben in Bayern durch. Um möglichst viele verschiedene Aspekte in Bezug auf die Umweltrelevanz berücksichtigen zu können, wurden Betriebe zwischen 20 und 120 Hektar, Haupt- und Nebenberwerb sowie reine Ackerbaubetriebe und tierhaltende Betriebe ausgewählt. Die Umsetzung der Greeningmaßnahmen wurde begleitet und dokumentiert.

Unter Berücksichtigung der bekannten fachlichen Vorgaben berieten die LPV vor allem die ÖVF-Maßnahmen wie Brache, Streifen und Landschaftselemente, die einen ökologischen Mehrwert erwarten ließen. Umgesetzt wurden jedoch – deutlich mehr als beraten -  hauptsächlich die Maßnahmen Leguminosen und Zwischenfrucht: Wird der reale, also ungewichtete Anteil der einzelnen ÖVF-Flächen an den gesamten ÖVF-Flächen betrachtet, entfallen trotz der Beratung 75,3% auf Zwischenfrüchte und 20,3% auf Leguminosen. Brache wurde auf 3,4% der ÖVF-Flächen angelegt. Streifenmaßnahmen fallen flächenmäßig kaum ins Gewicht: Puffer- und Feldrandstreifen nehmen je 0,4% der ÖVF-Flächen ein, Waldrandstreifen, ebenso wie die Hecken, gar nur 0,1%. Der Flächenanteil der „dunkelgrünen“ an den insgesamt umgesetzten ÖVF-Maßnahmen beträgt bei den beratenen landwirtschaftlichen Betrieben somit bescheidene 4,4%.

Um einen echten ökologischen Mehrwert mit dem Greening zu erreichen, müssen also deutliche Veränderungen vorgenommen werden:

Faktoren, die nach Aussage der Landwirte die Greening-Beratung positiv beeinflusst haben

 

 

Faktoren, die nach Aussage der Landschaftspflegeverbände die Greening-Beratung positiv beeinflusst haben

Faktoren, die die Greening-Beratung negativ beeinflusst haben

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · DVL-Koordinierungsstelle Bayern
Promenade 9 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-1800-990 · Internet: bayern.lpv.de
vkpornodepfile.com