Bayerische Landschaftspflegeverbände Deutscher Verband für Landschaftspflege gefördert durch Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Oberfränkischer Ackerwildkraut-Wettbewerb: Anmeldefrist verlängert!

02.04.2020

Noch bis 30. April 2020 können sich landwirtschaftliche Betriebe in Oberfranken mit Äckern, auf denen seltene Ackerwildkräuter vorkommen, für den Ackerwildkraut-Wettbewerb anmelden.

Ansbach – Während zurzeit die ersten Frühblüher zu sehen sind, werden bereits in Kürze ganz besondere Blüten zu entdecken sein: Frauenspiegel, Rittersporn, Adonisröschen oder Bauernsenf. Hinter diesen klangvollen Namen verstecken sich bunte, aber ansonsten unscheinbare Pflanzenarten, die besonders auf steinigen Äckern in Oberfranken zu Hause sind. Oftmals vorschnell als „Unkraut“ abgehandelt, verdienen die von Botanikern liebevoll als „Ackerwildkräuter“ bezeichneten Blumen einen genaueren Blick, handelt es sich doch nicht nur um selten gewordene Naturschätze, sondern auch um uraltes Kulturgut.

Ackerwildkräuter können auf unseren Äckern nur wachsen, weil sie sich an die häufige Bodenbearbeitung und die anderen Eingriffe der Bauern angepasst haben. Die meisten stammen von Pflanzen ab, die mit dem Getreide und dem Ackerbau vor 8.000 Jahren aus Kleinasien nach Mitteleuropa importiert wurden. Ein weiterer Teil kam mit Gemüse und Salat, die die Römer vor 2.000 Jahren eingeführt haben. Der Rest stammt von ursprünglich bei uns heimischen Arten.

Von den bekannten 300 Ackerwildkrautarten sind viele klein und etwas unscheinbar, aber ein genauer Blick offenbart die oft prächtigen Blütenfarben und vielseitige Blüten- und Wuchsformen. Allerdings geht die Zahl buntblühender Äcker seit Jahren zurück. Während Mohn und Kornblume sowie einige „Schadunkräuter“ wie Ackerdistel und Quecke auf den Äckern häufig zu finden sind, ist mehr als ein Drittel der Ackerwildkräuter heute gefährdet. Diese Arten, die alle keine Schäden anrichten, konnten sich an die starken Veränderungen im modernen Ackerbau, vor allem an Herbizide, nicht anpassen und finden nur noch wenig geeigneten Lebensraum. Zudem ist eine Vielzahl an Insektenarten von den Ackerwildkräutern abhängig, die wiederum als Futter für Vögel, Fledermäuse und zahlreiche andere Tierarten dienen.

Dass es in Oberfranken noch einige dieser kostbaren Schätze gibt, darauf macht der Ackerwildkraut-Wettbewerb 2020 aufmerksam.

Anmeldeformulare liegen bei den Ämtern für Landwirtschaft und den Landschaftspflegeverbänden aus. Eine Anmeldung ist bis zum 30. April erforderlich, beispielsweise online unter www.lfl.bayern.de/Ackerwildkraut-Wettbewerb – wobei nur die ersten 50 Anmeldungen berücksichtigt werden können. Eine Anmeldung ist auch möglich, wenn das Vorkommen von Ackerwildkräutern nur vermutet wird.

Der Wettbewerb wird gemeinsam vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Biolandverband und dem BUND Naturschutz in Bayern (BN) durchgeführt. Ein Projektmitarbeiter wird im Mai und Juni alle gemeldeten Ackerflächen kartieren und sich dazu vorab mit dem Landwirt in Verbindung setzen.

Attraktive Preise

In den beiden Kategorien „Ökolandbau“ und „Konventionelle Landwirtschaft“ gibt es für den jeweils 1. und 2. Platz Gutscheine für einen Aufenthalt in einem Biohotel im Wert von 300 € und 200 €, die Drittplatzierten und alle weiteren Preisträger erhalten Sachpreise und eine Artenliste ihres Ackers. Die Prämierung der Siegeräcker findet am 16. September 2020 im Wettbewerbsgebiet statt.

Das Projekt wird gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der GlücksSpirale, der Regierung von Oberfranken aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Für Rückfragen: 
Maike Fischer, DVL, Tel.: 0981/180099-23 
Dr. Franziska Mayer, LfL, Tel.: 08161/71-5821 
Katharina Schertler, Bioland Bayern, Tel.: 0821/34680-121 
Marion Ruppaner, BUND Naturschutz, Tel.: 0911/81878-20 

Pressekontakt: 
Leonhard Mäckler, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, Tel: 0981/180099-24, E-Mail: l.maeckler@lpv.de

Fachkontakt: 
Maike Fischer, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, Tel: 0981/180099-23, E-Mail: m.fischer@lpv.de

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Acker-Rittersporn in Getreide. Foto: Dr. M. Sommer, DVL

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